Geschichte der Hypnose

Bereits eine aus dem 4. Jahrtausend vor Christus stammende Schrift zeigt, dass Hypnose schon von sumerischen Priesterärzten verwendet wurde. Weitere Überlieferungen finden sich in Tausende von Jahren alten griechischen, ägyptischen und indischen Schriften. Ebenso verwenden Schamanen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen hypnoseähnliche Techniken, beispielsweise versetzen sie in Heilritualen den Kranken mittels Trommel-rhythmen wie bei einer Hypnose in einen Trancezustand. In diesem Zustand ist das Unterbewusstsein zugänglicher für Heilung, aber auch für neue Informationen. Hypnose war lange Zeit fester Bestandteil priesterlicher und ärztlicher Praktiken und neben der Kräuterkunde ein Mittel, mit dem auch christliche Mönche Kranke heilten. Paracelsus empfahl die Behandlung mit Hypnose und Heilsuggestionen ausdrücklich z. B. für die Behandlung von Nervenkrank-heiten, und bis zur Einführung von Betäubungsmitteln wie Äther und Lachgas war Hypnose ein wichtiges Mittel für schmerzfreie chirurgische Eingriffe. Erst die Inquisition brachte der Hypnose einen schlechten Ruf, da sie diese ebenso wie das traditionelle Wissen der als „Hexen“ verbrannten Kräuterfrauen als „Werk des Teufels“ betrachteten.
 

In der Antike und im Mittelalter mag Hypnose tatsächlich etwas  Magisches an sich gehabt haben, heute gibt es einfache wissenschaftliche Erklärungen für das, was sich während der Hypnose in unserem Gehirn abspielt. So haben z. B. Untersuchungen mit einem Hirnscanner gezeigt, dass während einer Hypnose Außenreize abgeschaltet werden und das Gehirn in der Lage ist, sich selbst genauer betrachten und neu sortieren zu können. Die normalerweise unbewusst ablaufende Selbstorganisation in eine stabile Ordnung, kann nun im Zustand der Trance vom Hypnotiseur gezielt positiv beeinflusst werden.

 

Weitere Studien zeigen, dass die im limbischen System gespeicherten Erinnerungen (unser „emotionales Bewertungssystem“) während einer Hypnose ebenfalls für Neubewertungen zugänglicher ist.

Der Placebo Effekt ist das beste Beispiel, wie empfänglich unser Gehirn für positive Suggestion ist, da wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben, dass Placebos (Scheinarz-neimitteln, die keine Arzneistoffe enthalten) in teilweise bis zu 80 oder 90 Prozent der Fälle zu deutlichen Verbesserungen von Symptomen oder gar zur Schmerzfreiheit führen konnten.

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